Möbelkauf: Die ersten 14 Tage entscheiden
Neue Möbel aus Holz, Spanplatten oder Polstern bringen oft einen intensiven Eigengeruch mit. Dieser Duft stammt nicht nur von Lacken oder Klebstoffen, sondern auch von flüchtigen organischen Verbindungen, die über Wochen aus dem Material entweichen. Besonders in den ersten zwei Wochen nach dem Aufbau ist die Konzentration in der Raumluft am höchsten. Wer empfindlich reagiert, merkt das an Kopfschmerzen, gereizten Schleimhäuten oder einem unangenehmen Gefühl beim Betreten des Zimmers. Deshalb lohnt es sich, den Zeitraum direkt nach dem Möbelkauf bewusst zu gestalten.
Zunächst einmal hilft regelmäßiges und kräftiges Lüften. Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern ist wirksamer als ein dauerhaft gekipptes Fenster. In den ersten Tagen sollten Sie mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten Durchzug sorgen. Unterstützend können Sie einen Ventilator aufstellen, der die Luft im Raum bewegt. Wer die Möglichkeit hat, stellt neue Möbel zunächst in einen wenig genutzten Raum oder in die Garage. Dort können sie ausdünsten, ohne die Wohnqualität zu beeinträchtigen. Falls Sie unsicher sind, wie Sie dabei vorgehen sollen, finden Sie hilfreiche Tipps, wie Sie neue Möbel ausdünsten lassen können, ohne dass die ganzen Wohnräume darunter leiden. Wichtig ist, dass die Möbel nicht direkt an der Wand stehen, damit die Luft auch hinten zirkulieren kann.
Nach etwa zwei Wochen lässt der Geruch meist deutlich nach. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Emissionen vollständig verschwunden sind. Manche Materialien geben noch Monate später geringe Mengen ab. Wer besonders empfindlich ist oder in einem Neubau mit dichter Bauweise lebt, sollte den Kauf von Möbeln mit schadstoffarmen Siegeln bevorzugen. Auch das Aufstellen von luftreinigenden Pflanzen wie Efeu oder Bogenhanf kann die Innenraumluft verbessern, ersetzt aber nicht das Lüften. Ein Hygrometer zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit hilft zusätzlich, ein angenehmes Raumklima zu halten.
Die ersten 14 Tage sind also entscheidend. Wer in dieser Zeit konsequent lüftet, die Möbel möglichst separat aufstellt und auf sein eigenes Empfinden achtet, minimiert gesundheitliche Risiken. Ein späterer Umzug oder eine Nachlieferung einzelner Teile erfordert dieselbe Aufmerksamkeit. Letztlich geht es nicht darum, den Geruch vollständig zu vermeiden, sondern ihn kontrolliert abklingen zu lassen, bevor die Möbel zum festen Bestandteil des Wohnraums werden.